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Wels (Silurus glanis)

Wels

Silurus glanis

Siluridae Rücksetzpflicht
Max. Länge
273.0 cm
Max. Gewicht
130.0 kg
Rücksetzpflicht: Sie dürfen auf diese Art angeln, müssen aber alle Fänge sofort zurücksetzen.

Erkennung

Der Wels ist der größte Süßwasserfisch Europas und eine unverkennbare Erscheinung. Der Kopf ist breit und abgeflacht mit einem enorm breiten Maul. Das markanteste Merkmal sind die sechs Barteln: zwei lange am Oberkiefer, die als Fühler dienen, und vier kürzere am Unterkiefer. Der Körper ist langgestreckt, schuppenlos und glatt, mit einer Färbung von dunkelgrau bis olivgrün mit marmoriertem Muster. Der Bauch ist hell. Die Afterflosse ist auffällig lang und reicht fast bis zur Schwanzflosse. Exemplare über einem Meter sind in den Niederlanden keine Seltenheit, und die Art kann über 2,5 Meter groß werden.

Verhalten & Lebensweise

Der Wels ist ein nachtaktiver Spitzenprädator, der sich tagsüber an Bodenstrukturen, Unterwasserhindernissen oder in tiefen Rinnen versteckt. Bei Sonnenuntergang wird er aktiv und jagt aggressiv nach allem, was er fangen kann. Die Nahrung ist vielfältig: Fische (Brassen, Rotaugen, Karpfen), Krebse und große Insekten. Große Exemplare erbeuten auch Enten, Gänse, kleine Hunde und Ratten. Weltberühmt wurde das Verhalten, bei dem Welse Tauben jagen, die am Ufer trinken — wie Krokodile an einer Wasserstelle stürzen sie aus dem Flachwasser und ziehen ihre Beute unter Wasser.

Der Wels ist ein Warmwasserspezialist, am aktivsten bei Temperaturen über 15°C. Die Laichzeit fällt in Mai-Juni bei Wassertemperaturen über 20°C. Das Männchen bewacht das Nest. Die Art ist relativ neu in den Niederlanden — erst seit den 1990er Jahren fest etabliert — und breitet sich dank des wärmeren Klimas weiter aus.

Angeltechniken

Welsangeln erfordert schweres Gerät und große Köder:

  • Vertikal mit Squid und Würmern: Die beliebteste Methode. Ein Squid-Kunstköder mit einem großen Klumpen Tauwürmer darunter, langsam über dem Grund auf und ab bewegt. Sobald das Echolot einen Wels in der Nähe zeigt, stillhalten — die Kombination aus Bewegung, Geruch und Vibrationen ist unwiderstehlich.
  • Toter Fisch am Grund: Eine halbe oder ganze Brasse, ein Rotauge oder Karpfenartiger an einer kräftigen Grundmontage. Welse riechen ausgezeichnet und finden tote Fische auf große Entfernung.
  • Wurmbündel: Ein großes Bündel Tauwürmer an einem kräftigen Haken. Einfach aber effektiv, besonders für kleinere Welse.
  • Kunstköderangeln: Große Gummifische (15-25 cm) oder große Spinner, langsam am Grund geführt. Vertikalangeln vom Boot mit großen Shads ist besonders effektiv in Flüssen und tiefen Gewässern.
  • Klopfen (Wallerholz): Eine traditionelle Methode, bei der mit einem Klopfholz Geräusche auf der Wasseroberfläche erzeugt werden, um den Wels anzulocken. Effektiv im Sommer.

Verwenden Sie eine kräftige Rute (2,40-2,70m, 100-300g Wurfgewicht) mit starker geflochtener Schnur (mindestens 0,30mm). Welse kämpfen hart und ausdauernd.

In den Niederlanden

Der Wels ist eine Erfolgsgeschichte einer Art, die sich rasend schnell etabliert hat. Seit den ersten Fängen in den 1990er Jahren kommt der Wels heute in den großen Flüssen (Maas, Waal, Rhein) vor, aber auch in Teichen, Kanälen und Poldergewässern. Die Westeindeplassen bei Aalsmeer gelten als eines der besten Welsgewässer der Niederlande und liefern regelmäßig Fänge für gezielte Welsangler. Der Wels hat eine ganzjährige Schonzeit und darf nicht mitgenommen werden. Die schnelle Ausbreitung wirft Fragen über den Einfluss auf das bestehende Ökosystem auf, aber der Wels ist inzwischen eine etablierte Art in niederländischen Binnengewässern.

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