Seezunge
Solea solea
Erkennung
Die Seezunge ist ein langgestreckter Plattfisch von 20 bis 35 cm (maximal bis 60 cm) mit einem charakteristischen ovalen, zungenförmigen Körper — schlanker und gestreckter als Scholle oder Kliesche. Beide Augen befinden sich auf der rechten Seite. Die Oberseite ist dunkelbraun bis olivbraun, manchmal mit schwachen Flecken. Die Unterseite ist weiß. Die Brustflosse der Augenseite hat einen auffälligen dunklen Fleck an der Spitze. Das Maul ist klein und halbmondförmig, nach unten gebogen — typisch für einen Wurmfresser. Die Haut fühlt sich glatt an, anders als die raue Kliesche. Die Rückenflosse beginnt nahe am Auge und reicht fast bis zum Schwanz.
Verhalten & Lebensweise
Die Seezunge ist ein nachtaktiver Bodenfisch, der sich tagsüber in Sand oder feinem Schlick eingräbt. Erst nach Sonnenuntergang wird sie aktiv und jagt Borstenwürmer, kleine Garnelen und Muscheln, die sie mit ihrer empfindlichen Unterseite aufspürt. Die Art ist ein Warmwasserliebhaber: Im Frühling und Sommer zieht die Seezunge in flaches Küstenwasser, Ästuare und Kanäle mit Meeresverbindung. Im Winter weicht sie in tieferes Wasser aus. Die Seezunge laicht von April bis Juni in Küstengewässern bei Temperaturen über 10°C. Sie ist der wertvollste Plattfisch der Nordsee.
Angeltechniken
Seezungenangeln ist im Wesentlichen eine nächtliche Angelegenheit. Die effektivste Methode ist eine einfache Grundmontage mit ein oder zwei Haken (Größe 4–8) und einem kleinen Bleigewicht auf Sandboden. Wattwurm ist der mit Abstand beste Köder — der Geruch lockt Seezungen von weit her an. Seeringelwurm und Garnelen funktionieren ebenfalls. Am besten vom Strand, von Buhnen oder Hafenmauern bei Sonnenuntergang und in den ersten Nachtstunden angeln. Die besten Perioden sind Juni bis August, bei warmem Wetter und ruhigem Wasser. Eine leichte Rute mit sensibler Spitze hilft — Seezungen nehmen den Köder gierig, ziehen aber nicht explosiv.
In den Niederlanden
Die Seezunge ist wirtschaftlich der wichtigste Plattfisch der Nordsee und ein Symbol der niederländischen Baumkurrenfischerei. Die Art kommt entlang der gesamten Küste vor und dringt weit in Kanäle und Ästuare ein — der Nordseekanal, die Westerschelde und das Wattenmeer sind wichtige Gebiete. Für Sportangler ist die Seezunge ein geschätzter Fang, besonders an warmen Sommerabenden. Der Nordsee-Seezungenbestand wird über EU-Quoten bewirtschaftet. Die niederländische Baumkurrenflotte war historisch Europas größte Seezungenfischerei, obwohl die Flotte in den letzten Jahrzehnten erheblich geschrumpft ist.
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