Rietvoorn
Scardinius erythrophthalmus
Erkennung
Die Rotfeder ist eine der schönsten Friedfischarten in den Niederlanden. Die leuchtend roten Flossen und orangefarbenen bis goldenen Augen machen diesen Fisch sofort erkennbar. Der Körper ist höher und seitlich stärker zusammengedrückt als beim Rotauge, mit einem goldgrünen Schimmer an den Flanken. Der wichtigste Unterschied zum Rotauge ist das oberständige Maul — der Unterkiefer ragt über den Oberkiefer hinaus, was die Vorliebe für Oberflächennahrung verrät. Das Rotauge hat ein eher nach unten gerichtetes Maul. Zudem hat die Rotfeder 40-43 Schuppen entlang der Seitenlinie (Rotauge: 42-45) und deutlich leuchtendere, intensiver rote Flossen.
Verhalten & Lebensweise
Die Rotfeder ist der Spezialist für flache, bewachsene Gewässer. Während das Rotauge ein Generalist ist, der überall überlebt, wählt die Rotfeder ausdrücklich Gewässer mit dichter Wasserpflanzenvegetation. Mit ihrem oberständigen Maul frisst sie bevorzugt an der Oberfläche und im Mittelwasser: Insekten, die aufs Wasser fallen, treibende Pflanzenteile und Algen.
Die Rotfeder ist stärker pflanzlich orientiert als das Rotauge und frisst neben Insekten auch Wasserpflanzen und weiche Pflanzenstengel. Die Laichzeit erstreckt sich von Mai bis Juni in dicht bewachsenem, flachem Wasser. Die Rotfeder ist bei warmem, ruhigem Wetter am aktivsten — an warmen Sommermorgen kann man sie regelmäßig an der Oberfläche zwischen Schilf und Seerosen fressen sehen.
Angeltechniken
Die Rotfeder erfordert einen leichten, feinen Ansatz. Die effektivsten Methoden:
- Oberflächenangeln: Die Methode für Rotfedern im Sommer. Brotflocke oder eine kleine Trockenfliege an der Oberfläche, zwischen den Wasserpflanzen. Spannend und visuell.
- Leichtes Posenangeln: Ein feiner Waggler, flach eingestellt (Halbwasser bis knapp unter der Oberfläche). Kleiner Haken (16-20) mit ein oder zwei Maden oder einem Caster.
- Köder: Maden und Caster als Grundlage. Brotflocke ist selektiv für Rotfedern an der Oberfläche. Hanfsamen als Futter wirkt hervorragend. Im Frühjahr sind kleine rote Würmer effektiv.
- Fliegenfischen: Mit kleinen Trockenfliegen oder Nymphen an leichtem Fliegengerät. Eine unterschätzte Methode, die an pflanzenreichen Teichen bemerkenswert effektiv sein kann.
Angeln Sie immer in der Nähe von Wasserpflanzen: Schilfgürtel, Seerosen und Laichkraut. Verwenden Sie eine leichte Rute (3,30-3,90m) mit feiner Schnur (0,10-0,14mm).
In den Niederlanden
Die Rotfeder kommt in den gesamten Niederlanden vor, hat aber eine klare Vorliebe für pflanzenreiche Gewässer. Teiche, Gräben, Poldergewässer und Stadtgewässer mit ausreichender Vegetation sind typische Rotfedergewässer. Die Art ist weniger dominant in großen, offenen Kanälen und Flüssen, wo Rotauge und Brasse vorherrschen. Es gibt keine Schonzeit. Die Rotfeder wird kleiner als das Rotauge und ist weniger zahlreich, wird aber von vielen Anglern gerade wegen ihrer schönen Erscheinung und ihres sportlichen Bisses geschätzt.
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