Die Schleie ist ein karpfenartiger Fisch aus stehendem Wasser mit vielen Pflanzen: Gräben, Kanäle, Teiche und flache Seen. Auf Schleien angeln Sie am Grund, nah an den Wasserpflanzen. Dafür nehmen Sie den Method Feeder, die Stipprute oder die Pose. Auf dieser Seite lesen Sie, wie Sie eine Schleie erkennen und wie sie sich von Karpfen und Karausche unterscheidet. Sie lesen auch, wo und wann Sie sie fangen, welche Köder funktionieren, welche Regeln gelten und wie groß sie werden kann.
Erkennen
Das orangefarbene Auge, die kurze Bartel im Maulwinkel und die winzigen Schuppen unter dem SchleimDas deutlichste Merkmal einer Schleie ist ihr Auge: Es ist auffallend orangefarben. Achten Sie danach auf die Flossen. Bei der Schleie sind sie stark abgerundet. Aus der Nähe sehen Sie außerdem ein Paar kurze Barteln in den Maulwinkeln (Kennisdocument zeelt). Die Barteln sehen Sie nicht immer gut (RAVON). Der Körper ist seitlich nur wenig abgeflacht. Das Stück direkt vor der Schwanzflosse ist auffallend hoch. Die Augen sind klein, und das kurze Maul sitzt vorn am Kopf (Kennisdocument zeelt).
Die Farbe ist von Fisch zu Fisch verschieden. Der Rücken ist dunkel olivgrün bis bräunlich. Die Flanken sind nur etwas heller, und der Bauch ist hell gelbgrün bis fast weiß. Die kleinen Schuppen haben einen goldenen Glanz (Kennisdocument zeelt). RAVON ist eine niederländische Fachorganisation für Reptilien, Amphibien und Fische. Sie beschreibt die Flanken als olivgrün bis goldfarben (RAVON). Die Sportvisunie, der niederländische Anglerverband, beschreibt sie als braun bis fast schwarz mit olivgrünem Schimmer (Sportvisunie).
Die Schuppen sind sehr klein und sitzen tief in der Haut, unter einer dicken Schleimschicht (Kennisdocument zeelt). Entlang der Seitenlinie, der Linie in der Mitte der Flanke, liegen 95 bis 100 Schuppen (Sportvisunie). Das Wissensdokument des niederländischen Anglerverbands über die Schleie nennt 95 bis 120 (Kennisdocument zeelt). Es fasst zusammen, was 2008 über die Schleie bekannt war. Die Flossen sind dunkel und stark abgerundet. Die Schwanzflosse ist nicht V-förmig: Ihr Rand ist leicht nach innen gewölbt, fast gerade (Kennisdocument zeelt; Sportvisunie). Die Rückenflosse ist kurz und hat 12 bis 13 Flossenstrahlen. Das sind die dünnen Stäbchen in einer Flosse (Kennisdocument zeelt).
Männchen oder Weibchen?
Ein Männchen: Die Bauchflossen sind groß und reichen bis hinter den AfterBei der Schleie sehen Sie das an den Bauchflossen, den beiden Flossen an der Unterseite des Bauches. Beim Männchen sind sie viel größer. Sie reichen bis hinter den After, und der zweite Flossenstrahl ist verdickt (Kennisdocument zeelt). In der Laichzeit bekommt das Männchen außerdem kleine Knötchen, vor allem am Kopf und auf dem Rücken (Kennisdocument zeelt). Wachsen Weibchen schneller? In Versuchen in Teichen waren die Weibchen nach drei bis vier Sommern doppelt so schwer wie die Männchen (Kennisdocument zeelt). In zwei englischen Kiesgruben wuchsen Männchen und Weibchen dagegen gleich schnell (Wright & Giles 1991).
Woher kommt der Name?
Als Name für einen Fisch gibt es das Wort zeelt nur im Niederländischen. Woher es stammt, weiß niemand genau. Das Wort ist alt: Schon 1420 schrieb man „zielt“. Vielleicht ist es mit den skandinavischen Wörtern für Hering verwandt, etwa mit dem norwegischen und dänischen „sild“. Das ist aber unsicher. Nach einer anderen Erklärung geht zeelt auf einen sehr alten Wortstamm für „Sumpf“ zurück. Denn die Schleie lebt vor allem in flachem, schlammigem Wasser. Dann wäre das Wort mit Helinium verwandt. So hieß auf Lateinisch das große Flussdelta im Südwesten der Niederlande (Etymologiebank). In manchen Gegenden der Niederlande hat die Schleie noch andere Namen: louw oder lauw in Gelderland, muidhond in Friesland und slei in Groningen. Ein veralteter Name ist schoenmaker, „Schuhmacher“, wegen ihrer dicken Haut (Woordenboek der Nederlandsche Taal). Der französische Naturforscher Lacepède gab der Schleie 1803 sogar das niederländische Wort als wissenschaftlichen Namen: Cyprinus zeelt. Fachleute verwenden diesen Namen heute nicht mehr (IUCN).
Wie groß wird eine Schleie?
Laut dem Wissensdokument ist eine Schleie meist 20 bis 30 Zentimeter lang (Kennisdocument zeelt). Laut RAVON kann sie etwa 65 Zentimeter lang werden (RAVON). Verglichen mit anderen karpfenartigen Fischen wächst die Schleie langsam, vor allem im ersten Jahr. Sie wächst vor allem in den warmen Monaten und im Winter kaum. Sie wächst aber weiter, mit den Jahren nur langsamer (Kennisdocument zeelt). Eine Schleie kann alt werden: 15 bis 20 Jahre laut dem Wissensdokument (Kennisdocument zeelt). Die IUCN, eine internationale Naturschutzorganisation, nennt mindestens 20 Jahre (IUCN).
Bei Fischbestandsaufnahmen zählen und messen Fachleute die Fische in einem Gewässer. So haben sie mehr als 52.000 Schleien gemessen. Mehr als 9.700 davon waren 25 Zentimeter oder länger: das Mindestmaß. Stellt man diese Schleien der Länge nach in eine Reihe, dann ist die mittlere 41 Zentimeter lang. Mehr als die Hälfte dieser 9.700 war 40 Zentimeter oder länger. Etwa jede zwölfte erreichte 50 Zentimeter. Zwölf waren 60 Zentimeter oder länger. Die längste maß 66 Zentimeter und war damit länger als der niederländische Rekord. Wie groß die größten Schleien waren, lesen Sie bei den Rekorden.
Schleie, Karpfen oder Karausche?
Eine Karausche zum Vergleich: große Schuppen, eine lange Rückenflosse und keine BartelnEine erwachsene Schleie verwechseln Sie kaum (Kennisdocument zeelt). Eine junge Schleie sieht aber einem jungen Karpfen oder einer jungen Karausche ähnlich. Achten Sie dann auf die Schuppen und die Rückenflosse. Eine Schleie hat kleine, kaum sichtbare Schuppen und eine kurze Rückenflosse mit 12 bis 13 Flossenstrahlen (RAVON). Ein dunkler Fleck direkt vor der Schwanzflosse hilft Ihnen nicht weiter. Den haben junge Schleien, junge Karpfen und junge Karauschen oft alle drei (Kennisdocument zeelt; RAVON; RAVON). Junge Giebel haben ihn nicht (RAVON).
- Karpfen. Ein Karpfen hat vier Barteln: zwei kurze an der Oberlippe und zwei längere in den Maulwinkeln (RAVON). Eine Schleie hat zwei, und die sehen Sie nicht immer gut (RAVON). Ein Wildkarpfen ist ganz beschuppt. Manche Zuchtkarpfen haben aber nur wenige oder gar keine Schuppen: der Spiegelkarpfen und der Lederkarpfen (RAVON).
- Karausche. Eine Karausche hat keine Barteln und eine nach außen gewölbte Rückenflosse. Entlang der Seitenlinie, der Linie in der Mitte der Flanke, liegen 33 bis 36 Schuppen (RAVON).
- Giebel. Auch ein Giebel hat keine Barteln. Seine Rückenflosse ist nach innen gewölbt, und er hat 27 bis 32 Schuppen entlang der Seitenlinie (RAVON).
- Goldfisch. Ein Goldfisch hat eine lange, nach innen gewölbte Rückenflosse. Gezüchtete Goldfische sind orange bis gelb. In der Natur bekommen sie aber nach ein paar Generationen ihre bräunliche Farbe zurück (RAVON). Hat ein orangefarbener Fisch eine kurze, runde Rückenflosse und zwei kleine Barteln, dann ist es kein Goldfisch. Es kann eine Goldschleie sein. Mehr dazu lesen Sie unter Was ist eine Goldschleie?
Lebensweise und Laichzeit
Die Schleie ist ein scheuer Fisch. Tagsüber versteckt sie sich meist zwischen den Wasserpflanzen (Kennisdocument zeelt). In einem flachen See in England haben Forscher Schleien mit kleinen Sendern verfolgt. Tagsüber lagen die Fische fast still, gemeinsam an festen Stellen im Schmalblättrigen Rohrkolben. Diese Pflanze wächst am Ufer und ragt aus dem Wasser. Erst nachts suchten die Schleien am Grund nach Futter, vor allem nach Mückenlarven. Sie suchten lange und schwammen dabei recht weit, fraßen aber pro Nacht nur wenige Beutetiere (Perrow u. a. 1996). Auch in Versuchen im Labor war die Schleie nur nachts aktiv (Herrero u. a. 2003). RAVON nennt sie nachtaktiv (RAVON). Junge Schleien schwimmen oft in Schwärmen. Erwachsene Schleien leben oft allein oder in kleinen Gruppen (Kennisdocument zeelt).
Was frisst eine Schleie? Fast alles, was sie zwischen den Wasserpflanzen und am Grund findet. Eine erwachsene Schleie frisst kleine Schnecken, kleine Muscheln, Würmer, Insektenlarven und Zooplankton, also winzige Tiere, die im Wasser schweben. Sie frisst aber auch Pflanzen und abgestorbene Pflanzenreste. Was sie genau frisst, ist von Gewässer zu Gewässer verschieden. Oft frisst sie vor allem das, was es gerade am meisten gibt (Kennisdocument zeelt). Die Gemeine Schnauzenschnecke (Bithynia tentaculata) heißt auf Niederländisch auch zeeltslakje, Schleienschnecke. Wie der Name schon vermuten lässt, frisst die Schleie diese Schnecke sehr gern (Kennisdocument zeelt). Mit ihren kräftigen, paddelartigen Flossen rudert die Schleie gleichsam durch die Pflanzen. Ihre dicke Schleimschicht schützt sie dabei vor Verletzungen (Kennisdocument zeelt).
Eine Schleie frisst anders als ein Brassen. Ein Brassen sucht zuerst den Grund ab und frisst dann viel an den Stellen, wo die meiste Nahrung liegt. Eine Schleie schwimmt viel umher und frisst hier und da etwas (Kennisdocument zeelt). Sie kann auch sehr lange ohne Futter auskommen. Eine gesunde Schleie hält sogar ein Jahr ohne Nahrung durch. Danach wiegt sie nur noch zwei Fünftel ihres Gewichts. Im Winter frisst sie fast nichts. Sie ist dann aber auch wenig aktiv. Deshalb verliert sie nur etwa 6 Prozent ihres Gewichts (Kennisdocument zeelt).
Wenig Sauerstoff. In pflanzenreichem Wasser gibt es nachts oft wenig Sauerstoff. Eine Schleie verträgt das gut, wenn der Sauerstoffgehalt langsam sinkt. Sie kann dann an die Oberfläche kommen und Luft schnappen. Und einen Teil ihres Sauerstoffs nimmt sie über die Haut auf. Französische Forscher fanden, dass das bis zu 23 Prozent ihres Bedarfs sein kann. Ihre Muskeln können auch eine Zeit lang ohne Sauerstoff arbeiten. So überlebt eine Schleie bei 0,4 Milligramm Sauerstoff pro Liter (Kennisdocument zeelt). Sinkt der Sauerstoffgehalt plötzlich, schadet das einer Schleie aber genauso wie anderen Fischen (Kennisdocument zeelt).
Wird das Wasser kälter als 4 Grad, fällt die Schleie in eine Art Ruhezustand. Im Winter, und im Sommer bei großer Hitze, verkriecht sie sich im Schlamm. Nicht jede Schleie gräbt sich ein. Manche liegen mit gespreizten Flossen reglos am Grund. Sie können dabei sogar umkippen und auf der Seite liegen bleiben (Kennisdocument zeelt).
Die Laichzeit. Die Schleie laicht von Mai bis August, je nach Wassertemperatur. Das Wasser muss mindestens etwa 19 Grad warm sein (Kennisdocument zeelt). Windstille, schwülwarme Tage helfen. Bei langem schlechtem Wetter kann eine Schleie das Laichen sogar bis in den September verschieben (Kennisdocument zeelt). Zum Laichen braucht sie Wasserpflanzen wie Kanadische Wasserpest, Schwimmendes Laichkraut, Raues Hornblatt, Ähriges Tausendblatt, Krebsschere oder Haarblättrigen Wasserhahnenfuß. Eier, die auf den Grund fallen, sterben fast immer. Darum laichen Schleien oft über dichten Pflanzen am Ufer (Kennisdocument zeelt). In der Laichzeit verlieren Schleien ihre Scheu. Sie schwimmen in kleinen Gruppen neben- und hintereinander. Sie ziehen im Zickzack aneinander vorbei und machen sogar kleine Sprünge aus dem Wasser (Kennisdocument zeelt).
Ein Weibchen legt seine Eier nicht auf einmal. Es legt sie in drei oder mehr Portionen, mit jeweils einigen Tagen Abstand. Eine Schleie von 40 Zentimetern kann mehr als 850.000 Eier legen. Die Eier sind grün und sehr klebrig, damit sie an den Pflanzen hängen bleiben (Kennisdocument zeelt). Bei 20 Grad Wassertemperatur schlüpfen sie innerhalb einer Woche (Kennisdocument zeelt; FishBase). Die jungen Fische hängen danach noch 6 bis 10 Tage an den Pflanzen. So lange leben sie von ihrem Dottersack: einem kleinen Vorrat an Nahrung aus dem Ei. Auch danach bleiben sie zwischen den Pflanzen (Kennisdocument zeelt). In zwei englischen Kiesgruben kamen in Jahren mit einem warmen Sommer mehr junge Schleien hinzu als in anderen Jahren (Wright & Giles 1991).
Männchen sind früher geschlechtsreif als Weibchen. Laut dem Wissensdokument sind Männchen nach 2 bis 3 Jahren geschlechtsreif, bei 11 bis 20 Zentimetern Länge. Weibchen sind es nach 3 bis 4 Jahren, bei 18 bis 30 Zentimetern (Kennisdocument zeelt). Die IUCN nennt 2 bis 5 Jahre für Männchen und 4 bis 7 Jahre für Weibchen. Schleien im Norden werden später geschlechtsreif (IUCN).
Wer frisst Schleien? Vor allem Raubfische pflanzenreicher Gewässer, wie Hecht und Barsch. Auch der Wels und der Kormoran können an manchen Gewässern eine Gefahr sein (Kennisdocument zeelt). Schwedische Forscher haben mehr als 600 Seen und Teiche untersucht. In Gewässern mit Raubfischen waren fast alle Schleien groß. In Gewässern ohne Raubfische lebten viel mehr Schleien, aber vor allem kleine (Brönmark u. a. 1995). Die Schleie ist keine starke Konkurrentin. In Gewässern mit vielen anderen Fischarten ist sie oft selten. Trotzdem lebt sie nie als einzige Fischart in einem Gewässer, wie es die Karausche manchmal tut. Die Schleie verträgt Austrocknen und Zufrieren schlechter als die Karausche. Meist lebt sie zusammen mit mindestens drei anderen Arten (Kennisdocument zeelt).
Wo steht die Schleie?
Die Schleie lebt vor allem in kleineren Gewässern mit vielen Pflanzen unter Wasser. Denken Sie an Seen und Weiher, Poldergewässer, abgetrennte Flussarme und Sandgruben, die als Angelgewässer angelegt sind. Sie mag stehendes oder schwach fließendes Wasser (Kennisdocument zeelt) mit schlammigem Grund (RAVON). Harten, sandigen oder steinigen Grund meidet sie (Kennisdocument zeelt). Viele Schleiengewässer sind höchstens 2 bis 3 Meter tief. Es gibt aber auch Meldungen von Schleien in tiefen Kiesgruben (Kennisdocument zeelt).
In den Niederlanden lebt die Schleie in fast jeder Art von Gewässer (RAVON). Am liebsten mag sie aber Poldergewässer und Seen mit weichem Grund in Noord-Holland, Zuid-Holland und Utrecht. Auch die Seen und Heideweiher in Friesland gehören zu ihren Lieblingsgewässern. Auch in kleinen Flüssen wie der Overijsselse Vecht, der Oude IJssel und dem Kromme Rijn kommt sie vor. Salzwasser und große Flüsse meidet sie (Kennisdocument zeelt). Im IJsselmeer lebt sie vor allem an den Ufern. Im offenen Wasser fingen Forscher fast nie eine Schleie (RIVO 1997), an Schilfufern und an einem schlammigen Uferstück dagegen schon (IMARES 2009).
Wasser voller Pflanzen. Für eine Schleie kann ein Gewässer nicht pflanzenreich genug sein, schreibt das Wissensdokument. Als typische Pflanzen eines echten Schleiengewässers nennt es Krebsschere, Ähriges Tausendblatt, Wasserhahnenfuß, Hornblatt, Laichkraut und Kanadische Wasserpest (Kennisdocument zeelt). In den Niederlanden teilt man Gewässer auch nach den Fischen ein, die darin leben: in Fischgewässertypen. Einer dieser Typen, für flaches, stehendes Wasser, war früher sogar nach der Schleie benannt: der Hecht-Schleien-Typ. Später hieß er Rotfeder-Hecht-Typ. Solches Wasser ist das ganze Jahr klar: Sie sehen mehr als einen Meter tief hinein. Meist bedecken Pflanzen mehr als 60 Prozent der Fläche. Dazu gehören Hecht, Rotfeder und Schleie. Daneben leben dort Rotauge, Barsch, Karausche, Schlammpeitzger, Steinbeißer und Aal (Kennisdocument zeelt).
Eine Untersuchung in zwei Kiesgruben in England zeigt den Unterschied. In beiden hatte nie jemand Schleien ausgesetzt. In der klaren, dicht bewachsenen Grube lebten 176 Schleien pro Hektar. In der trüben Grube mit viel weniger Pflanzen waren es 0,3 pro Hektar (Kennisdocument zeelt; Wright & Giles 1991).
Das Zwarte Meer bei Kampen ist ein See voller Wasserpflanzen. In unseren Daten gibt es von dort 16 Fänge mit dem Schleppnetz aus den Jahren 2008 und 2011. In 7 davon war die Schleie. Bei vergleichbaren Untersuchungen auf anderen Süßwasserseen würde man sie in nicht einmal einem dieser 16 Fänge erwarten. Das europäische Naturschutzrecht (Natura 2000) teilt die Natur in Lebensraumtypen ein. Einer davon heißt „Seen mit Krebsschere und Laichkräutern“. Auf dem Zwarte Meer wuchs dieser Lebensraumtyp von 31 Hektar im Jahr 2009 auf 211 Hektar auf den Karten von etwa 2021. Die Schleie ist eine der typischen Fischarten dieses Lebensraumtyps, und sie kommt dort auch vor (Natura-2000-Evaluierung Zwarte Meer). Auf den Veluwe-Randseen, etwa dem Veluwemeer, gehört die Schleie zu den Fischen der pflanzenreichen Bereiche. Rotfeder und Hecht gehören auch dazu. Dort wurden auch Schleien für Angler ausgesetzt (WMR 2018).
Wo suchen Sie sie? Die Sportvisunie rät, Schleien in klaren, bewachsenen Gewässern zu suchen. Gute Schleiengewässer sind Parkteiche, Gräben und Kanäle mit vielen Wasserpflanzen. Suchen Sie darin eine Stelle zwischen oder direkt neben den Pflanzen, an der der Grund frei ist. Dort sinkt Ihr Futter gut zum Grund, und dort kommen Schleien vorbei (Sportvisunie). Schleien suchen ihre Nahrung gern in kleinen Mulden im Grund. Die liegen oft direkt neben einem Schilfgürtel oder am Fuß der Uferböschung (Sportvisunie). Tagsüber kann der Schmalblättrige Rohrkolben ein gutes Versteck sein (Kennisdocument zeelt). In einem See in England lagen die Schleien tagsüber gern darin. Er steht oft in etwas tieferem Wasser. Seine Stängel stehen so weit auseinander, dass auch ein großer Fisch hineinkommt (Perrow u. a. 1996). An der Eem sollten Sie die flachen Stellen mit Seerosen nicht auslassen, rät die Sportvisunie. Dort haben Sie Chancen auf schöne Schleien (Sportvisunie). In den Gräben von Naarden-Vesting wühlen die Schleien gern in den flachen Ausläufern zwischen den Wasserpflanzen. Dort suchen sie nach kleinen Schnecken und Mückenlarven (Sportvisunie).
Eine Pose an den Seerosen, daneben feine Bläschen: manchmal ein Zeichen, dass eine Schleie am Grund frisstKleine Bläschen. In einer Folge von VIS TV im Biesbosch erschienen um die Posen kleine Blasenspuren: „oft ein gutes Zeichen“. Kurz darauf hakte Moderator Marco Kraal eine außergewöhnlich große Schleie (Sportvisunie). Ähnlich schreibt es die irische Fischereibehörde Inland Fisheries Ireland. Eine Spur von Bläschen auf stillem Wasser kann ein Zeichen sein, dass Schleien am Grund fressen (Inland Fisheries Ireland).
Gewässer mit Schleien. Die Sportvisunie nennt einige Gewässer, an denen Sie Schleien fangen können. Die Gräben um Naarden-Vesting sind für ihre Schleien bekannt. Im Buitengracht, dem äußeren Graben, gibt es schöne Fische von 50 bis 55 Zentimetern (Sportvisunie). Im schmalen, flachen und klaren Apeldoorns Kanaal gibt es viele Schleien, bis über 50 Zentimeter und manchmal größer (Sportvisunie). An der Eem und der Urkervaart fangen Angler immer öfter Schleien (Sportvisunie; Sportvisunie). Schleien fangen Sie auch an diesen Gewässern:
- das Damsterdiep in Groningen (Sportvisunie);
- die Helenavaart in Limburg und Noord-Brabant (Sportvisunie);
- die Alde Feanen in Friesland (Sportvisunie);
- die Oude IJssel (Sportvisunie);
- die Festungsgräben von Heusden (Sportvisunie).
Schleienangeln im Jahreslauf
Weiter unten auf dieser Seite steht die Grafik mit den Saisonmustern. Sie zeigt für jeden Monat, wie oft eine Fangmeldung auf mijnvismaat.nl eine Schleie betrifft, verglichen mit dem Jahresdurchschnitt.
Achten Sie vor allem auf die Wassertemperatur. Unter 8 Grad hört eine Schleie auf zu fressen, und unter 4 Grad fällt sie in eine Art Ruhezustand. Am wohlsten fühlt sich eine erwachsene Schleie in Wasser von 20 bis 26 Grad (Kennisdocument zeelt).
Frühjahr. Im Frühjahr und Sommer schwimmt die Schleie oft dicht am Ufer (Sportvisunie). Wie Remco Hoegen im Frühjahr mit dem Method Feeder auf Schleien angelt, lesen Sie unter Angelmethoden. Der niederländische Rekordhalter Ruud Berkhuizen beobachtet: Im zeitigen Frühjahr sind meist zuerst die Männchen aktiv. Die werden kleiner als die Weibchen (Beet).
Die Laichzeit. Von Mai bis August laicht die Schleie, wenn das Wasser mindestens etwa 19 Grad warm ist. In der Laichzeit verliert sie ihre Scheu (Kennisdocument zeelt). Wie das Laichen abläuft, lesen Sie unter Lebensweise und Laichzeit. Nach dem Laichen sind Schleien an den meisten Gewässern schwer zu fangen, schreibt Berkhuizen (Beet).
Sommer. Tagsüber steht die Schleie meist zwischen den Wasserpflanzen, und oft wird sie erst in der Dämmerung aktiv (Kennisdocument zeelt). Nach Futter sucht sie vor allem nachts. Mehr dazu lesen Sie unter Lebensweise und Laichzeit. Die Sportvisunie nennt den frühen Morgen und die Abenddämmerung als beste Zeiten für Schleien (Sportvisunie). Wenn Sie im Dunkeln angeln wollen, lesen Sie zuerst die Regeln. Bis eine Stunde vor Sonnenaufgang gilt das nach dem VISpas noch als Nacht. Ist es sehr heiß, kann eine Schleie auch im Sommer in einen Ruhezustand fallen. Sie versteckt sich dann im Schlamm (Kennisdocument zeelt).
Herbst und Winter. Auch der Herbst bringt nach Berkhuizens Erfahrung wenig Schleien, anders als bei Brassen und Karpfen (Beet). Im Winter frisst die Schleie fast nichts und ist wenig aktiv. Sie versteckt sich dann im Schlamm (Kennisdocument zeelt).
Angelmethoden und Gerät
Schleien fangen Sie am Grund, nah an Wasserpflanzen. Viele Angler nehmen dafür den Method Feeder. Aber auch die Stipprute funktioniert gut, vor allem im Frühjahr und Sommer. Dann schwimmt die Schleie oft dicht am Ufer (Sportvisunie). Eine Schleie ist ein kräftiger Fisch (Sportvisunie), und Sie angeln oft direkt neben Pflanzen (Sportvisunie). Wählen Sie also Gerät, das zu einer Schleie passt. Und halten Sie den Drill, also den Kampf mit dem Fisch, so kurz wie möglich (Sportvisunie).
Mit dem Method Feeder. Eine Schleie sucht ihr Futter vor allem am Grund. Ihr Maul sitzt vorn am Kopf. Zum Fressen stellt sie sich deshalb mit dem Kopf senkrecht nach unten. Beim Method Feeder drücken Sie Futter um einen kleinen Korb und legen den Köder obendrauf. Das Vorfach, das Stück Schnur mit dem Haken, ist sehr kurz. Nimmt eine Schleie den Köder auf, hakt sie sich selbst. Als Hakenköder nehmen Sie einen Mini-Boilie: eine kleine, harte Teigkugel. Oder einen Pop-up, einen Boilie, der schwimmt. Oder einfach ein Maiskorn (Sportvisunie). Der Köder sitzt nicht am Haken, sondern am Haar. Das ist eine kurze Schlaufe aus Schnur, die unter dem Haken hervorsteht. Wie das funktioniert, lesen Sie auf der Seite über das Karpfenangeln.
Ein Method Feeder voller Futter, mit einem Mini-Boilie am Haar unter dem HakenSchleien nehmen auch Boilies. Schwimmen viele kleine Fische am Platz, etwa Grundeln und junge Rotaugen? Dann können Mini-Boilies helfen, gezielt die größeren Fische zu fangen, darunter Schleien (Sportvisunie). Auch Karpfenangler fangen mit ihren Boilies Schleien. Die meisten der zehn schwersten Schleien aus Großbritannien haben sogar Karpfenangler gefangen, mit Boilies für Karpfen (Advnture).
Die Sportvisunie empfiehlt eine leichte Feederrute mit etwa 50 Gramm Wurfgewicht. Auf der Rolle ist Monofil von 0,25 Millimetern, am Ende der Method Feeder. Daran knoten Sie ein Vorfach von 10 Zentimetern und etwa 0,20 Millimetern Dicke. Am Ende sitzt ein Haken der Größe 12 oder 14 (Sportvisunie). Je höher die Zahl, desto kleiner der Haken (Sportvisunie).
Werfen Sie den Feeder immer an dieselbe Stelle. Schleien sind neugierig. Haben sie Ihren Futterplatz entdeckt, bekommen Sie oft schnell einen Biss. Und weil sie oft in kleinen Gruppen schwimmen, können Sie dann in kurzer Zeit mehrere fangen (Sportvisunie).
Remco Hoegen aus Vriezenveen fängt seine Schleien im Frühjahr mit dem Method Feeder, am Lateraalkanaal in der Region Twente (Sportvisunie). Und wenn der Grund weich ist? So ist es in den Alde Feanen in Friesland, wo Sie auch Schleien fangen. Für die Friedfische dort empfiehlt die Sportvisunie leichte Futterkörbe, zum Beispiel aus Kunststoff. Dazu Köder, die langsam sinken, etwa Caster (verpuppte Maden) und schwimmende Maden. Diese Köder versinken weniger schnell im Schlamm (Sportvisunie).
Mit der Stipprute. Eine Stipprute ist eine lange Rute ohne Rolle, mit der Sie mit einer Pose nah am Ufer angeln. Die Sportvisunie gibt fünf Tipps für Schleien:
- Loten Sie Ihren Platz aus. Schleien suchen ihr Futter gern in kleinen Mulden und Unebenheiten am Grund. Die liegen oft direkt neben einem Schilfgürtel oder am Fuß der Uferböschung. Suchen Sie sie mit einem Lotblei, einem kleinen Gewicht, mit dem Sie die Tiefe messen.
- Füttern Sie sparsam. Nehmen Sie ein süßes Lockfutter mit etwas Maisbrei, und nicht zu viel. Mit zu viel Futter ist die Schleie schnell satt, und dann lässt sie Ihren Köder liegen.
- Wechseln Sie den Köder. Probieren Sie Mais, einen Wurm, eine Made oder eine Kombination.
- Bewegen Sie die Pose. Heben Sie Ihre Pose ab und zu ein Stück an. Dann bewegt sich der Köder, und das lockt eine neugierige Schleie.
- Fangen Sie nah am Ufer an. Angeln Sie zuerst dicht am Ufer, und dann weiter draußen. So behalten Sie Ihren Futterplatz im Griff und haben immer noch einen frischen Platz in Reserve (Sportvisunie).
Mit der Federkielpose. Auch mit der „pen“ fangen Sie Schleien. So heißt in den Niederlanden eine lange Kielpose. Zum Beispiel, wenn Sie am Ufer von Platz zu Platz pirschen (Sportvisunie; Sportvisunie). Wie das geht, lesen Sie unter Karpfenangeln mit der Pose. Wer mit der Pose auf Karpfen angelt, fängt manchmal auch Schleien (Sportvisunie). Eine klassische Pose für Karpfen und Schleien ist der Pfauenkiel. Das ist ein 15 bis 20 Zentimeter langes Stück vom Kiel einer Pfauenfeder. Zwei kleine Ringe aus Ventilschlauch halten ihn an der Schnur. Die Sportvisunie zeigt, wie Sie ihn selbst bauen (Sportvisunie). Wenn Sie im Dunkeln weiterangeln wollen, lesen Sie zuerst die Regeln.
Köder. Maden und Mistwürmer fangen gut, und Mais auch (Sportvisunie). Eine beliebte Kombination für Brassen und Schleien ist ein Wurm mit einem Maiskorn dahinter. Das Maiskorn hält den Wurm auf dem Haken (Sportvisunie). Auch Pellets frisst eine Schleie gern: kleine, feste Futterpellets. Die fischen Sie meist nicht direkt am Haken, sondern am Haar oder in einem Bait Band, einem kleinen Gummiring (Sportvisunie). Gefärbte Maden oder Würmer dürfen Sie mit dem VISpas nicht einmal bei sich haben (VISpas-Bedingungen).
Zwei Beispiele aus der Praxis. Henk und Wim angeln vom Boot aus an großen Seerosenfeldern auf Rotfedern. Eine Rute richten sie dann auf Schleien: zwei Würmer und ein Maiskorn am Grund (Sportvisunie). Und in den Festungsgräben von Naarden-Vesting fangen Sie Schleien auf viele Arten. Mit einem auffälligen Wafter, einem leichten Boilie, am Method Feeder. Mit Maden und Castern an einer normalen Feederrute. Mit der Stipprute oder mit der Matchrute: einer langen Posenrute mit Rolle. Pirschend mit der Pose. Oder mit Boilies und Mini-Boilies, so wie Karpfenangler fischen: mit einer Montage, bei der sich der Fisch selbst hakt (Sportvisunie).
Regeln für das Schleienangeln
Für Schleien gibt es in den Niederlanden keine Schonzeit, aber ein Mindestmaß von 25 Zentimetern (Uitvoeringsregeling visserij, Artikel 5b und 5c). An einigen Gewässern dürfen Sie im April und Mai gar nicht angeln. Mehr dazu lesen Sie unten. Für die meisten Binnengewässer brauchen Sie den VISpas, die niederländische Angelerlaubnis. Zusammen mit der Liste der Gewässer ist er Ihre Erlaubnis. Seine Bedingungen ergänzen das Gesetz um eigene Regeln.
Wie messen Sie eine Schleie?
Sie messen von der Maulspitze bis zum Ende der Schwanzflosse. Ist eine Schleie kürzer als 25 Zentimeter? Dann setzen Sie sie sofort zurück, in das Gewässer, in dem Sie sie gefangen haben (Reglement minimummaten en gesloten tijden, Artikel 1). Eine zu kleine Schleie dürfen Sie auch nicht bei sich haben (Reglement minimummaten en gesloten tijden, Artikel 3). Und einen Fisch mit Mindestmaß dürfen Sie am oder in der Nähe des Wassers nicht filetieren. Sie dürfen ihn auch nicht so zurichten, dass man seine Länge nicht mehr oder nur schwer prüfen kann (Gezamenlijke Lijst; Reglement minimummaten en gesloten tijden, Artikel 5).
Dürfen Sie Schleien mitnehmen?
Nach dem Gesetz dürfen Sie eine Schleie ab 25 Zentimetern behalten. Mit dem VISpas dürfen Sie einen Fisch aber nur aus drei Gründen behalten. Sie essen ihn selbst, Sie nehmen ihn als Köderfisch, oder Sie bewahren ihn eine Zeit lang lebend auf. Verkaufen ist nie erlaubt. Die Bedingungen sagen selbst: Grundsätzlich setzen Sie einen Fisch zurück. Sie dürfen höchstens 15 Fische bei sich haben, davon höchstens 5 über 25 Zentimeter. Das gilt für alle Arten zusammen. Eine Schleie über 25 Zentimeter zählt also zu diesen fünf. Im Setzkescher dürfen Sie zeitweise mehr Fische lebend halten, wenn Sie sich an die Regeln für den Setzkescher unten halten. Einen Fisch zum Essen töten Sie gleich nach dem Fang mit einem kräftigen Schlag auf den Kopf (VISpas-Bedingungen).
An manchen Gewässern muss jede Schleie zurück. HSV Almere und HV Lelystad-Dronten sind Angelvereine. An ihren Gewässern dürfen Sie keine Schleie bei sich haben und keine als Köderfisch nehmen. An den Gewässern von HSV Ons Stekkie in Zeewolde gilt für Schleien eine Pflicht zum Zurücksetzen (Gezamenlijke Lijst). Schauen Sie deshalb immer im VISplanner nach, was an Ihrem Gewässer gilt. Ob Schleien gut schmecken, lesen Sie unter In den Niederlanden.
Dürfen Sie Schleien im Setzkescher halten?
Ja, aber mit dem VISpas nur so:
- nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang;
- in einem Setzkescher aus weichem, knotenlosem Material, mit Maschen von höchstens 6 Millimetern;
- der Kescher ist mindestens 2,5 Meter lang, mit einem Durchmesser von mindestens 40 Zentimetern;
- er liegt möglichst waagerecht im Wasser und mindestens zu drei Vierteln unter Wasser;
- Strömung und Wellen dürfen den Fischen nicht schaden, und die Fische haben genug Platz und Sauerstoff;
- ein verletzter oder geschwächter Fisch gehört nicht in den Setzkescher;
- danach kommen die Fische lebend in dasselbe Gewässer zurück.
Einen lebenden Fisch über 30 Zentimeter dürfen Sie nur in einem Setzkescher, einem Karpfensack oder einer Sling halten. Karpfensack und Sling sind weiche Säcke für große Fische. Ein Eimer oder eine Wanne ist nicht erlaubt. Verlangt es ein Fischereiaufseher oder Kontrolleur, setzen Sie die Fische sofort zurück (VISpas-Bedingungen). An manchen Gewässern ist der Setzkescher verboten. HSV Almere zum Beispiel verbietet an allen seinen Gewässern Setzkescher und Karpfensäcke für gefangene Fische (Gezamenlijke Lijst). Wie Sie einen Setzkescher richtig benutzen, steht unter Zurücksetzen.
Dürfen Sie im April und Mai auf Schleien angeln?
Ja, an den meisten Gewässern. An einigen Gewässern verbietet das Gesetz vom 1. April bis zum 31. Mai jedes Angeln mit der Rute. Es sind neun Gebiete. Dazu gehören De Deelen in Friesland, das Ilperveld, ein großer Teil von Waterland und ein Teil der Nieuwkoopse plassen (Uitvoeringsregeling visserij, Artikel 25 und Anlage 7). Auch die Liste der Gewässer sperrt manche Gewässer im Frühjahr, etwa den Purmerlander Polder bei Purmerend (Gezamenlijke Lijst). Schauen Sie deshalb immer im VISplanner nach.
An den übrigen Gewässern sind eine Zeit lang nicht alle Köder erlaubt. Vom 1. April bis zum letzten Samstag im Mai sind an den meisten Binnengewässern einige Köder verboten. Das sind Kunstköder, tote Köderfische, Fischfetzen und Schlachtprodukte wie Fleisch. Von den Kunstködern sind nur künstliche Fliegen unter 2,5 Zentimetern erlaubt (Gezamenlijke Lijst). Im Gesetz selbst gilt dieses Verbot bis zum 31. Mai (Reglement voor de binnenvisserij, Artikel 6). Die Ausnahme ab dem letzten Samstag im Mai nennt nur Hecht, Zander und Barsch (Uitvoeringsregeling visserij, Artikel 61). Auf dem IJsselmeer, dem Markermeer, dem IJmeer und den Oostvaardersdiepen gilt es mit dem VISpas länger: vom 16. März bis zum 30. Juni (Gezamenlijke Lijst). Maden, Würmer und Mückenlarven sind erlaubt (Gezamenlijke Lijst), und auch Mais und Brot fallen nicht unter das Verbot. Vom 1. April bis zum letzten Samstag im Mai gilt mit dem VISpas noch eine Regel. Sie dürfen dann nicht so angeln, dass Sie wahrscheinlich Zander fangen. Gemeint ist zum Beispiel das aktive Angeln mit einer Dropshot-Montage oder einem Jigkopf mit Würmern. Das Friedfischangeln mit einem Köder, der still liegt, ist erlaubt. So steht es in der Erläuterung zu den VISpas-Bedingungen (VISpas-Bedingungen).
Dürfen Sie nachts auf Schleien angeln?
Nur mit Erlaubnis des Fischereiberechtigten. Der Fischereiberechtigte entscheidet, wer an dem Gewässer angeln darf. Haben Sie die landesweite Nachtangelerlaubnis, die NachtVIStoestemming, auf Ihrem VISpas? Dann dürfen Sie nachts an den Gewässern angeln, die in der Liste ein Mondsymbol haben. Die Nacht reicht nach den VISpas-Bedingungen von zwei Stunden nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang (VISpas-Bedingungen). Fangen Sie morgens früher als eine Stunde vor Sonnenaufgang an, angeln Sie also noch in der Nacht. An einigen Gewässern verbietet das Gesetz das Nachtangeln ganz, auch mit Erlaubnis. Das IJsselmeer gehört dazu (Uitvoeringsregeling visserij, Artikel 24 und Anlage 2). Für diese Regel zählen das Markermeer und das IJmeer zum IJsselmeer (Reglement voor de binnenvisserij, Artikel 1). Und nach Sonnenuntergang dürfen Sie mit dem VISpas keine Fische mehr im Setzkescher halten.
Dürfen Sie einen Angelplatz freiräumen?
Schleien stehen oft zwischen Wasserpflanzen und Schilf. Mehr dazu lesen Sie unter Wo steht die Schleie? Mit dem VISpas dürfen Sie aber nichts tun, was die Natur stört, zerstört oder beschädigt. Die Erläuterung nennt ein Beispiel. Sägen Sie nicht einfach Bäume ab, und mähen Sie nicht einfach Schilf, um einen Angelplatz freizumachen. Das gilt vor allem in der Brutzeit vom 15. März bis 15. Juli (VISpas-Bedingungen). Suchen Sie also lieber eine Stelle, an der der Grund schon frei von Pflanzen ist. Wie Sie dort angeln, lesen Sie unter Angelmethoden.
Ist die Schleie geschützt?
Nein. Die Schleie steht nicht auf der Liste der geschützten Fischarten, auf die Sie nicht angeln dürfen (Gezamenlijke Lijst).
Schleien abhaken und zurücksetzen
Eine große Schleie landen Sie mit dem Kescher. Haben Sie immer einen Kescher, einen Hakenlöser und eine Lösezange dabei (Sportvisunie). Fassen Sie einen Fisch nur mit nassen Händen an, und berühren Sie Kiemen und Augen nicht. Haken Sie ihn am besten im Wasser ab, und halten Sie ihn so kurz wie möglich aus dem Wasser (Sportvisunie). Sitzt der Haken tief? Dann schneiden Sie die Schnur so nah wie möglich am Haken ab. Setzen Sie den Fisch zurück, wenn Sie erwarten, dass er das überlebt (Sportvisunie).
Die Schleie hat eine dicke Schleimschicht. Legen Sie sie deshalb nicht ins Gras, auf Sand oder auf Steine. Müssen Sie sie kurz ablegen? Dann nehmen Sie eine Abhakmatte, eine dicke, weiche Matte. Laut der Sportvisunie brauchen Sie für Schleien wirklich eine Abhakmatte, genau wie für Karpfen, Brassen, Barbe und Hecht. Auf hartem Untergrund kann sich ein zappelnder Fisch verletzen. Und Gras, Blätter oder Erde bleiben an der Schleimschicht kleben (Sportvisunie).
Ein Foto machen. Kurz abhaken und ein paar Fotos machen ist kein Problem, solange es nicht zu lange dauert. Halten Sie den Fisch nass, zum Beispiel mit einem kleinen Eimer Wasser. Einen großen Fisch halten Sie mit beiden Händen: eine Hand unter dem Kopf, die andere unter dem Bauch oder dem Schwanz (Sportvisunie). Drücken Sie den Fisch nicht (Sportvisunie).
Den Setzkescher richtig benutzen. Untersuchungen zeigen, dass ein Setzkescher dem Fisch nicht unbedingt schadet. Aber je weniger Sie mit einem Fisch machen, desto kleiner ist das Risiko. Nehmen Sie einen Setzkescher also nur, wenn Sie ihn wirklich brauchen. Legen Sie ihn möglichst ganz unter Wasser, am besten waagerecht gestreckt und nicht senkrecht. Sorgen Sie dafür, dass die Wellen ihn nicht hin und her werfen. Lassen Sie die Fische so kurz wie möglich darin, und setzen Sie nicht zu viele hinein. Leeren Sie ihn vorsichtig (Sportvisunie). Was der VISpas zum Setzkescher sagt, lesen Sie unter Regeln.
Setzen Sie einen Fisch nur in das Gewässer zurück, in dem Sie ihn gefangen haben. Ein gefangener Fisch, tot oder lebendig, kann gefährliche Fischkrankheiten verbreiten (Sportvisunie).
Die größten Schleien, die je gefangen wurden
Der niederländische Rekord für die Schleie liegt bei 65 Zentimetern. Ruud Berkhuizen fing sie im Juni 2010 und setzte sie danach zurück. Den Weltrekord der IGFA hält eine Schleie von 4,64 Kilogramm, die Dan Dellerfjord 1985 in Schweden fing. Auf Landeslisten stehen schwerere Schleien: Der britische Rekord wiegt 6,899 Kilogramm. Auf der österreichischen Liste steht ebenfalls eine Schleie von 65 Zentimetern, aus dem Jahr 2012. Eine längere haben wir auf keiner Landesliste gefunden.
25 cm Mindestmaß in den Niederlanden: Kleinere Schleien dürfen Sie nicht mitnehmen
41 cm Eine typische Schleie: die mittlere von über 9.700 Schleien ab 25 cm (dem Mindestmaß), die bei Fischbestandsaufnahmen gemessen wurden
65 cm Niederländischer Rekord (2010)
66 cm Die längste von über 52.000 Schleien, die bei Fischbestandsaufnahmen gemessen wurden
Niederländischer Rekord
65 cm
Ruud Berkhuizen fing diese Schleie am 4. Juni 2010 (Sportvisunie; Beet). Er angelte schon seit Jahren gezielt auf große Schleien und Brassen. In seinem Hausgewässer fing niemand Schleien über etwa 58 Zentimeter und 3,8 Kilogramm. Dann hörte er von einem Gewässer mit sehr großen Schleien. Es war ein recht tiefer See, weit von zu Hause, an dem sehr viele Leute auf Karpfen angelten. Seine früheren Schleien aus diesem See fing er mit Maden. Boilies nahmen sie dort nicht (Beet).
Am Morgen des Rekordfangs passierte stundenlang nichts. Gegen Ende des Vormittags dachte er schon ans Einpacken. Da lief plötzlich Schnur von einer seiner Ruten. Nach einem schweren Drill von zehn Minuten hielt er den Fisch noch für einen Karpfen. Erst als der Fisch näher kam, sah er, dass es eine Schleie war: 65 Zentimeter lang und 5,1 Kilogramm schwer. Er machte ein paar Fotos und setzte den Fisch vorsichtig zurück. Mit welchem Köder er sie fing, schrieb er nicht. Später machten ein Fischsterben und Bauarbeiten das Gewässer kaputt. Er hat dort nie wieder geangelt (Beet).
Die niederländische Liste richtet sich nur nach der Länge und rundet auf ganze Zentimeter ab (Sportvisunie). Eine längere Schleie haben wir auf keiner Landesliste gefunden. Mehr dazu lesen Sie unten. Anfang 2017 stand auf der Rekordliste der niederländischen Anglerzeitschrift Beet noch eine Schleie von 61 Zentimetern als niederländischer Rekord. Herman Peters-Rit hatte sie im April 2007 gefangen (Beet).
Bei Fischbestandsaufnahmen haben Fachleute eine Schleie gemessen, die länger war als der Rekord: 66 Zentimeter. Mehr dazu lesen Sie unter wie groß eine Schleie wird. Die Fachleute fingen sie im November 2008 beim Elektrofischen in einem Teich in Den Haag, in der Nähe von Kijkduin. Im selben Teich waren noch drei weitere Schleien von 60 Zentimetern oder mehr.
Weltrekord
4,64 kg
Die IGFA, der internationale Verband für Angelrekorde, führt den Weltrekord. Dan Dellerfjord fing die Schleie von 4,64 Kilogramm am 2. Juli 1985 in Schweden. Für die Schleie führt die IGFA nur einen Rekord nach Gewicht, keinen Längenrekord.
Auf Landeslisten stehen viel schwerere Schleien. Die schwerste, die wir gefunden haben, ist der britische Rekord: 6,899 Kilogramm oder 15 lb 3 oz 6 dr (BRFC). Darren Ward fing sie im Juni 2001 im Sheepwalk, einem Vereinsgewässer bei Shepperton in England (Advnture). Auf der britischen Liste heißt es ein Privatgewässer bei Staines. Er angelte auf Karpfen, und die Schleie nahm einen Pop-up-Boilie von 14 Millimetern. Der Fisch war voller Laich (FishingMagic). Auch die Rekorde von Deutschland, Schweden, Dänemark, den Niederlanden und Polen sind schwerer als der Weltrekord. Bei der IGFA stehen solche Fische nicht. Ein Fisch kommt nur auf ihre Liste, wenn jemand ihn dort meldet und die IGFA ihn anerkennt.
Die meisten Schleien in der britischen Top 10 haben Karpfenangler gefangen, mit Boilies für Karpfen (Advnture). 2023 fing David Pratt eine Schleie von 15 lb (6,8 Kilogramm). Laut Angling Times ist das die größte Schleie, die in Großbritannien je jemand gefangen hat, der wirklich auf Schleie angelte (Angling Times).
In Schweden hatte die Rekordschleie sogar einen Namen: Bubblan, „die Luftblase“. Laut der schwedischen Rekordliste hat dieser eine Fisch den Rekord mehrmals verbessert, gefangen von verschiedenen Anglern. Rickard Linderot fing den heutigen Rekord im Juni 2006 im See Antorpa sjö bei Laholm. Die Schleie wog 5,46 Kilogramm und war 63 Zentimeter lang (Sportfiskarna).
Längste auf einer Landesliste
65 cm
Auch die längste Schleie auf der österreichischen Liste misst 65 Zentimeter. Wie die Liste die Länge misst, steht dort nicht. Timo Teisel fing die Schleie 2012 im Alten Rhein, einem alten Arm des Rheins in Vorarlberg (Rekordfische Österreich). Laut der Liste wog sie etwa 4,70 Kilogramm. Dieses Gewicht ist aber geschätzt, denn die Waage war ungenau (Rekordfische Österreich). Eine Schleie über 65 Zentimeter haben wir auf keiner Landesliste gefunden.
Trotzdem lesen Sie oft größere Zahlen. Oben auf dieser Seite stehen 70 Zentimeter und 7,5 Kilogramm als größte Länge und größtes Gewicht. Diese Zahlen stammen von FishBase, einer großen Datenbank über Fische. Die 70 Zentimeter stammen aus einem Bestimmungsbuch über die Süßwasserfische Australiens. Diese Länge ist ohne die Schwanzflosse gemessen. Die 7,5 Kilogramm stammen aus einem Bestimmungsbuch von 1968 (FishBase). In Australien wurde die Schleie ausgesetzt (IGFA). In der deutschen Wikipedia steht sogar, 70 Zentimeter bei 10 Kilogramm seien denkbar. Das ist eine Vermutung, kein gefangener Fisch. Eine solche Schleie haben wir auf keiner Landesliste gefunden: Der schwerste Rekord ist der britische mit 6,899 Kilogramm (BRFC).
Rekorde nach Ländern
Jedes Land führt eine eigene Liste, mit eigenen Regeln. Manche Listen zählen die Länge, andere das Gewicht. Die Zahlen lassen sich deshalb nicht immer vergleichen.
| Land | Rekord | Angler | Gewässer | Datum | Liste |
|---|---|---|---|---|---|
| Niederlande | 5,10 kg · 65 cm | Ruud Berkhuizen | — | 4. Juni 2010 | Sportvisunie |
| Dänemark | 5,25 kg | Jakob Andersen | ein See in Mitteljütland | 18. Juni 2013 | Danske Fiskerekorder |
| Dänemark | 63,5 cm | Jakob Andersen | Mitteljütland | 18. Juni 2013 | Danske Fiskerekorder |
| Deutschland | 5,60 kg | A. Rich | Baggersee Teningen | 14. Juli 2001 | Fisch & Fang |
| Finnland | 2,50 kg · 51 cm | Veikko Tolkki | Finnischer Meerbusen bei Sipoo | 29. Aug. 2015 | Ennätyskalarekisteri |
| Irland | 3,697 kg | Nick Parry | Ballyeighter Lake (Clare) | 20. Juni 1995 | ISFC |
| Lettland | 3,325 kg | E. Gredzens | Lielupe | 2016 | LMSF |
| Norwegen | 3,96 kg | Flemming Fredriksen | Østeråa (Telemark) | 9. Juni 2011 | Villmarksliv |
| Österreich | 4,70 kg · 65 cm | Timo Teisel | Alter Rhein (Vorarlberg) | 2012 | Rekordfische Österreich |
| Polen | 4,96 kg | Kacper Grzelczak | — | 2025 | Wiadomości Wędkarskie |
| Polen | 62 cm | Mateusz Dandik | — | 2022 | Wiadomości Wędkarskie |
| Schweden | 5,46 kg · 63 cm | Rickard Linderot | Antorpa sjö bei Laholm (Halland) | 9. Juni 2006 | Sportfiskarna |
| Schweiz | 3,50 kg · 63 cm | Emil Leuthold | Luganersee | 25. Juli 1996 | Petri-Heil |
| Ungarn | 3,60 kg | Csont Dávid | Ráckeve-Donauarm (Soroksár) | 8. Juni 2024 | MOHOSZ |
| Vereinigtes Königreich | 6,899 kg (15 lb 3 oz 6 dr) | D Ward | ein Privatgewässer bei Staines (Surrey) | 2001 | BRFC |
Ein Strich bedeutet: Die Liste nennt es nicht. Geprüft am 19. Oktober 2026. Ein Rekord kann jederzeit gebrochen werden. Deshalb prüfen wir diese Listen mindestens einmal im Jahr.
In den Niederlanden
Die Schleie ist in den Niederlanden heimisch (Nederlands Soortenregister). Sie ist eine ziemlich häufige Art (RAVON). In den Niederlanden ist die Schleie nicht gefährdet: Sie steht nicht auf der niederländischen Roten Liste der gefährdeten Arten (Nederlands Soortenregister). Auch weltweit gilt sie als nicht gefährdet: Die IUCN führt sie in der Kategorie Least Concern. Laut der IUCN nimmt die Zahl der Schleien weltweit zwar ab, aber nicht so schnell, dass sie dadurch gefährdet wäre. In Frankreich, Polen, Tschechien, Ungarn, auf dem Balkan und anderswo ist sie örtlich zurückgegangen. In Serbien ist das Angeln auf Schleien seit 2009 sogar verboten (IUCN).
Mehr oder weniger Schleien?
Wie es der Schleie in den Niederlanden geht, ist schwer zu sagen. Denn Menschen setzen auch Schleien aus. Ein Rückgang fällt deshalb oft nicht auf (Kennisdocument zeelt). Schon um 1900 kaufte die Heidemaatschappij Schleien bei deutschen Züchtern. Diese niederländische Organisation machte Heideflächen nutzbar. 1905 holte sie eine schnellwüchsige Schleie aus Masuren, das heute zu Polen gehört: die Masurische Schleie. In Friesland wurden schon 1891 Schleien gezüchtet (Kennisdocument zeelt).
Fachleute überwachen die Fische in den großen Flüssen und Seen. In der Afgedamde Maas ist die Schleie seit 2016 offenbar seltener in den Fängen. In der Oude Maas verschwand sie aus den Fängen. An beiden Stellen gingen auch andere Fische pflanzenreicher Gewässer zurück, etwa der Bitterling. An anderen Stellen gibt es dagegen viele Schleien. Im Zwarte Water gehörte die Schleie von 2010 bis 2022 zu den zehn häufigsten Arten. Und in der Hollandse IJssel waren 2023 mehr Arten pflanzenreicher Gewässer in den Fängen, darunter die Schleie (WMR 2024).
Klar ist, was der Schleie schadet. Sie reagiert empfindlich, wenn Wasserpflanzen verschwinden. Das passiert, wenn das Wasser trüb wird oder wenn Gräben zu gründlich geräumt und ausgebaggert werden (RAVON). Schlecht für die Schleie sind auch zugeschüttete Gräben, ein niedrigerer Wasserstand, zu viel Dünger im Wasser und gerade, steile Ufer (Kennisdocument zeelt). In Noord-Holland wurde die Schleie zwischen 1945 und 1960 häufiger, als das Wasser dort süßer wurde. Danach ging sie an manchen Stellen zurück, vielleicht weil die Wasserpflanzen verschwanden. Torfstiche sind Gewässer, die beim Abbau von Torf entstanden sind. Im Nordwesten von Overijssel verschwand die Schleie zwischen 1955 und 1970 aus alten Torfstichen, die zuwuchsen. In Zuid-Holland ging der Schleienbestand zwischen 1950 und 1972 zurück (Kennisdocument zeelt).
Klares Wasser. Was hilft, hat vor allem mit Wasserpflanzen zu tun (Kennisdocument zeelt):
- naturnahe Ufer: Ufer, die flach abfallen und bewachsen sind;
- weniger Dünger im Wasser;
- Gräben abschnittsweise räumen statt auf einmal.
Auch das Abfischen von Brassen und Karpfen kann der Schleie helfen. Das Wasser wird dann klarer, und es wachsen mehr Pflanzen (Kennisdocument zeelt). In einer Reihe niederländischer Seen, in denen das geschah, gab es danach tatsächlich mehr Schleien, Barsche, Rotaugen und Rotfedern (Meijer 2000). Laut dem Wissensdokument ist es aber besser, die Ursache des trüben Wassers anzugehen (Kennisdocument zeelt). Mehr dazu lesen Sie auf der Seite über den Brassen.
Nach der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie müssen die Länder der EU für sauberes und gesundes Wasser sorgen. Um zu beurteilen, wie es einem See geht, schauen Fachleute auch auf die Fische. Die Schleie zählt dabei doppelt: als Fisch pflanzenreicher Gewässer und als Fisch, der wenig Sauerstoff verträgt (Kennisdocument zeelt; STOWA 2012-31). Dass die Schleie zu klarem Wasser voller Pflanzen gehört, zeigt auch ein altes Ziel für das Volkerak-Zoommeer. 1987 sollte dort bis 2010 ein sauberer Süßwassersee entstehen, mit vielen Wasserpflanzen und „einer ausgewogenen Hecht-Schleien-Gemeinschaft“. Das gelang nicht. Ab 1990 wurde das Wasser jedes Jahr trüber, und in den 1990er-Jahren blühten im Spätsommer oft Blaualgen (Kantelpunten 2016).
Niederländische Schleien im Ausland
Laut der Fischdatenbank FishBase wurden Schleien aus den Niederlanden in Norwegen (1820), Indonesien (1927) und Japan (1961) ausgesetzt (FishBase). In Norwegen ist die Schleie heute der am weitesten verbreitete nicht heimische Süßwasserfisch (IUCN).
Schleien gegen Badedermatitis?
Badedermatitis ist ein juckender Hautausschlag. Man nennt sie auch Zerkarien-Dermatitis. Sie entsteht durch die Larven eines Plattwurms. Die Larven wachsen in Schlammschnecken heran, und die erwachsenen Würmer leben in Wasservögeln. Laut dem Wissensdokument kann man Badedermatitis bekämpfen, indem man Weißfische wie Rotaugen und Schleien aussetzt. Das dauert aber einige Jahre. Denn die Fische fressen vor allem kleine Schnecken, und die Plattwürmer stecken vor allem in den größeren (Kennisdocument zeelt). 2008 schrieb das Wissensdokument, dass Schleien in letzter Zeit vor allem für Angler oder gegen Badedermatitis ausgesetzt worden waren (Kennisdocument zeelt).
Was ist eine Goldschleie?
Eine Goldschleie: dieselbe Art, nur in GoldEine goldfarbene Schleie. Sie ist einfach eine Schleie mit einer anderen Farbe, keine eigene Art oder Unterart (Kennisdocument zeelt). Schon 1782 beschrieb der Berliner Arzt Marcus Elieser Bloch eine Goldschleie aus dem Teich von Schloss Schönhausen. Diese Fische stammten aus Schlesien, das heute zu Polen gehört (Catalog of Fishes). Heute gibt es gezüchtete goldene und blaue Schleien. Laut der IUCN stammen sie aus Tschechien und sind als Zierfische beliebt (IUCN). Eine Goldschleie erkennen Sie wie eine gewöhnliche Schleie: an der kurzen, runden Rückenflosse, den Barteln in den Maulwinkeln und den winzigen Schuppen. Mehr dazu lesen Sie unter Erkennen.
Schleien im Gartenteich?
Schleien gibt es oft als „Putzfische“ zu kaufen, die den Teich sauber halten sollen. Laut dem Wissensdokument ist das falsch: Eine Schleie kann das nicht besser als ein Goldfisch (Kennisdocument zeelt). Schleien können sogar dazu führen, dass mehr Algen auf den Wasserpflanzen wachsen. In einem Versuch mit Käfigen in einem Teich in Südschweden sorgten Schleien für viel weniger Schnecken und kleine Muscheln. Dadurch wuchsen mehr Algen auf den Pflanzen. Die Kanadische Wasserpest wuchs schlechter, wahrscheinlich weil die Algen ihr das Licht nahmen (Brönmark 1994). Zum Laichen und als Versteck braucht eine Schleie Wasserpflanzen (Kennisdocument zeelt).
Möchten Sie eine Schleie aus Ihrem Teich in einen niederländischen Graben oder Kanal setzen? Gehört das Fischereirecht an diesem Gewässer jemand anderem? Dann dürfen Sie dort nur Fische aussetzen, wenn der Fischereiberechtigte es Ihnen schriftlich erlaubt. Das gilt für jeden Fisch, also auch für eine Goldschleie (Visserijwet 1963, Artikel 17).
Der Doktorfisch
Früher glaubte man, die Schleie könne andere Fische heilen. Schon in einem niederländischen Text von 1634 heißt sie „aller Visschen Medecijn-meester“: der Arzt aller Fische (Woordenboek der Nederlandsche Taal). Der englische Schriftsteller Izaak Walton nannte sie in seinem bekannten Angelbuch The Compleat Angler „the physician of fishes“, den Arzt der Fische. Ein kranker oder verletzter Hecht werde gesund, wenn er eine Schleie berühre. Darum fresse der Hecht die Schleie nie, so hungrig er auch sei (The Compleat Angler). Das ist ein Märchen. Die IUCN nennt es einen falschen alten Glauben (IUCN), und das Wissensdokument nennt den Namen Doktorfisch unzutreffend (Kennisdocument zeelt). Hechte fressen sehr wohl Schleien. Mehr dazu lesen Sie unter Wer frisst Schleien? Richtig ist: Im Schleim der Schleie stecken Eiweiße, die im Labor Bakterien töten. Das fanden Forscher aber auch im Schleim von Aal und Regenbogenforelle (Ebran u. a. 2000). Eine Untersuchung, die zeigt, dass eine Schleie andere Fische heilt, haben wir nicht gefunden.
Kann man Schleien essen?
Ja. In Mittel- und Osteuropa züchten Menschen Schleien schon seit dem Mittelalter in Teichen, um sie zu essen. In Italien hat eine Schleie aus dem Piemont sogar eine geschützte Ursprungsbezeichnung der EU. Das ist ein EU-Siegel für ein regionales Produkt. Sie ist das einzige Fischprodukt in Italien mit diesem Siegel (IUCN). 2008 schrieb das Wissensdokument, dass man in den Niederlanden kaum Schleien isst und dass Angler sie fast immer zurücksetzen. Geräuchert oder gebraten sollen sie süßlich schmecken. Berufsfischer, die Schleien fangen durften, verkauften sie damals zum Teil an Angelvereine. Den Rest verkauften sie als Speisefisch ins Ausland (Kennisdocument zeelt). Das niederländische Ernährungszentrum (Voedingscentrum) rät davon ab, regelmäßig selbst gefangenen Süßwasserfisch aus niederländischen Gewässern zu essen. Vor allem fetter Fisch wie Aal kann belastet sein (Voedingscentrum). Was Sie mit dem VISpas mitnehmen dürfen, lesen Sie bei den Regeln.
Was unsere Modelle über Schleie zeigen
Unten steht, was unsere Modelle in den Daten sehen. Das sind Zusammenhänge: wo das eine vorkommt, kommt das andere öfter vor. Das ist keine Ursache. Jedes Modell beantwortet eine Frage und darf nicht mehr sagen, als es gemessen hat. Das Label an der Überschrift sagt, welche Frage — und wie sicher die Antwort ist.
Wo diese Art lebt Starkes Modell
Bitterling (Rhodeus amarus)Dieses Modell nennt viele Fische, die neben der Schleie leben: Rotfeder, Hecht, Moderlieschen, Schmerlen. Aber ein Name trennt Schleienwasser wirklich von anderem Wasser, und das ist der Bitterling. Die übrigen leben in fast jedem niederländischen Graben und Weiher und trennen daher nichts.
Der Bitterling ist eine auffällige Wahl, denn dieser Fisch hängt von einer einzigen Sache ab. Das Weibchen legt seine Eier in eine lebende Süßwassermuschel. Und die Schleie? Erwachsene Tiere fressen vor allem Weichtiere.
Zwei Fische, dasselbe Tier, zwei sehr verschiedene Gründe. Für den Bitterling ist eine Muschelbank eine Kinderstube, für die Schleie ein Esstisch. Das ist unsere Lesart, keine Messung: Dieses Modell zählt nur, wer wo zusammen vorkommt.
Wo es viele gibt Gruppe, keine Reihenfolge Schwaches Modell
Wasserflöhe (Daphniidae)Zwei Merkmale fallen hier auf. Bei höherem Salzgehalt zählen wir weniger Schleien. Dasselbe gilt für Chelicorophium curvispinum (Corophiidae), einen kleinen Krebs, der mit der Schifffahrt kam und vor allem in Flüssen und Kanälen lebt.
Salz am einen Ende, fließendes Wasser am anderen. Dazwischen liegt genau das, was FishBase der Schleie gibt: flache, dicht bewachsene Seen und Altarme. Salz ist keine Mauer — Schleien vertragen etwas Brackwasser — aber es markiert den Rand.
Zu vielen Schleien gehören Wasserflöhe aus der Familie Daphniidae, Plattegel (Glossiphoniidae) und Grünalgen aus der Familie Oocystaceae. Weniger Schleien zählen wir dort, wo Wassermilben der Familie Hygrobatidae leben — und wo Wasserflöhe der Familie Chydoridae leben.
Dieses Paar ist das interessanteste. Daphniidae und Chydoridae sind beide Wasserflöhe, zeigen aber in entgegengesetzte Richtungen: die eine Familie gehört zu vielen Schleien, die andere zu wenigen. Warum, wissen wir nicht.
Wo sie groß werden Gruppe, keine Reihenfolge Schwaches Modell
Wassermilben (Arrenuridae)Zu größeren Schleien gehören Wassermilben (Arrenuridae), Fischegel (Piscicolidae) und Köcherfliegen aus den Familien Polycentropodidae und Psychomyiidae.
Zu kleineren Schleien gehört eine andere Reihe: der Neunstachlige Stichling, Ruderfußkrebse (Cyclopidae), Wassertreter — kleine Wasserkäfer (Haliplidae) — die Neuseeländische Zwergdeckelschnecke (Tateidae) und der Blaubandbärbling, ein kleiner Karpfenfisch.
Es ist verlockend, daraus „kleines, volles Wasser“ zu machen. Das tun wir nicht. Drei der fünf sind eingeschleppte Arten, und wo die leben, ist vor allem eine Geschichte von Aussetzungen und keine Eigenschaft des Wassers. Über Dichte messen wir hier nichts.